Erfahrungsbericht März 2016

 

Wieviel Wert hat ein Kinderleben...mit dieser Frage wurde ich in den letzten Wochen immer wieder konfrontiert. Ich habe mich gefragt, warum sich Eltern nicht mehr für ihre Kinder einsetzen. Durch unser neues Projekt "Mission for a smile" werrden wir mit Situationen in Spitälern konfrontiert, die erschreckend sind. Eltern die ihre Kinder nach 5 Jahren Erkrankung das erste Mal ins Spital zum Untersuch bringen. Neugeborene, die alleine ihrem Schicksal überlassen werden, weil sich keiner für sie interessiert. Kinder sterben, weil Eltern zu spät reagieren, zu lange warten, um ihr Kind behandeln zu lassen...

 

...Das Projekt „Mission for a smile“ heilt keine kranken Kinder, dies ist uns bewusst. Jedoch können wir uns den Eltern widmen, ihnen zuhören, so dass sie ihre Sorgen teilen können. Wir versuchen die Eltern zu motivieren, ihre Kindern bei Erkrankungen weiterhin behandeln zu lassen und frühzeitig zu reagieren. Dann ist es uns gelungen, einen Jungen,den wir mit einer schweren Behinderung im Spital antrafen, an eine Organisation zu vermitteln, die ihn längerfristig kompetent und kostenfrei behandeln wird. Gleichzeitig entführen wir die Eltern und Kinder aus dem tristen Alltag, um gemeinsam zu lachen, Freude zu empfinden und diese zu teilen. Durch „Mission for a smile“ haben wir ebenso in Bezug auf unsere eigenen Projektdörfern dazugelernt. Da wollen wir dem Kinderleben mehr Aufmerksamkeit schenken, mehr Wert vermitteln. Vermitteln wie wichtig es ist, auf sein Kind acht zu geben und es nicht unhygienischen Situationen auszusetzen und bei Erkrankungen frühzeitig ins Spital zu bringen.

 

Unser Projektleiter Krushna ist ausgebildeter Apotheker. In Indien werden Apotheker in den Dörfern als Ärzte eingesetzt, da viele ausgelernte Ärzte in den Städten in gut bezahlten Krankenhäusern arbeiten möchten, was ich hiermit nicht verurteilen möchte, sondern einfach als Fakt erwähne. Die Apotheker sind ausgebildet um Untersuchungen durchzuführen, wie Blutentnahme und die Blutprobe dann ebenso zu interpretieren. So können Malaria und weitere Erkrankungen die in unseren Projektgebieten häufig vorkommen, diagnostiziert werden.

Unsere Erfahrungen mit „Mission for a smile“ und in Gesprächen mit unseren Mitarbeitern vor Ort, führten uns zu dem Entschluss, eine kleine, mobile Klinik zu eröffnen, um schwangere Frauen, Babys und Kinder regelmässig zu untersuchen.So hoffen wir Krankheiten vorzubeugen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Ebenso in unserem Programm werden schwangere Frauen und Mütter aufgeklärt, wie sie durch Hygiene und Sauberkeit Erkrankungen vorbeugen können.

Mit mobiler Klinik, meine ich nicht eine moderne Klinik, die durch die Dörfer fährt, sondern ein einfacher grosser Rucksack, der mit den wichtigsten Untersuchungsgeräten ausgestattet ist. Unser Mitarbeiter besucht bereits mit seinem Motorrad seine Klienten Zuhause, auf seinem Rücken alle nötigen Untersuchungsgeräte. Bei Krushna Zuhause befinden sich weitere Instrumente, wie zum Beispiel ein Mikroskop, das zur Untersuchung der Blutproben dient.

Da eines unserer 3 Projektdörfern bereits von einer anderen Hilfsorganisation besucht wird, die regelmässige check up mit den Kindern durchführt, konzentrieren wir uns vorerst auf zwei der Dörfer. Dieses Projekt kann in Zukunft auf weitere Dörfer ausgeweitet werden, falls Kapazität vorhanden ist.

 

Im dritten Dorf unserer Projektgegend, haben die Dorfbewohner aus eigener Motivation ein Haus erstellt. Sie wünschen sich, 10 der Waisen- und Halbwaisenkinder, alles Jungs in der Umgebung, aufnehmen zu können und ihnen eine ergänzende Schulbildung durch Coaching, ausgewogene Ernährung, so wie ein gewaltfreies Umfeld bieten zu können. In verschiedenen Gesprächen, hat sich dann herausgestellt, dass wir für dieses Unterfangen Zeit benötigen, da zu viele Unklarheiten bestehen. Falls wir dieses Heim in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft aufbauen können, sollte dieses Projekt gut durchdacht und auf Langfristigkeit geplant werden. Durch diese neuen Erkenntnisse, haben sich die Dorfbewohner entschieden, den 10 Jungs ein tägliches Coaching anzubieten. Dieses Coaching wird den Kindern nicht nur die Unterstützung in Hausaufgaben und Ergänzung zu den verschiedenen Fächern bieten, sondern auch einen gewissen Halt geben. Die Waisenkinder werden oft von den einen Verwandten zu den nächsten geschickt und haben keine feste Bezugsperson. Durch das Coaching werden sie täglich dieselbe Person antreffen, die zu den Kindern eine vertrauensvolle, freundschaftliche und gewaltfreie Beziehung aufbauen kann. Anhand eines Spendenaufrufes über Facebook konnten wir das erstellte Haus mit dem Nötigsten ausstatten, um mit dem Coaching zu beginnen.

 

Ebenso eine sehr erfreuliche Entwicklung hat sich in dem College, in dem ich teilweise die Gewaltfreie Kommunikation unterrichte, ergeben. Nach einigen skeptischen Monaten, ob die Gewaltfreie Kommunikation die gewünschten Ergebnisse erzielt, hat sich der Verantwortliche entschieden, die Gewaltfreie Kommunikation wieder als Unterrichtsfach einzuführen. Das Umdenken hat sich daraus ergeben,dass die Schüler, die regelmässig in der Gewaltfreien Kommunikation unterrichtet wurden, weniger Gewaltbereitschaft aufzeigten. Vor allem die jungen Männer waren ausgeglichener und kooperativer. Diese Erkenntnis freut mich riesig und ich war sofort bereit, eine langfristige Lösung für den Unterricht in Gewaltfreier Kommunikation zu suchen. Somit unterstützten wir 4 Lehrer des Colleges, dass sie mit Vergünstigung bei einem einwöchigen Workshop der Gewaltfreien Kommunikation teilnehmen konnten. Nach diesem Workshop an welchem 3 Personen des Hope is life India-Teams und ich ebenso teilnahmen, unterrichtete ich die 4 Lehrer ergänzend in der Gewaltfreien Kommunikation. Gemeinsam begannen wir den Schülern die Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation in halbtägigen Workshops zu vermitteln. Danach sollten die Unterrichtseinheiten von 45 Minuten beginnen.

 

Doch leider begannen nun die Abschlussprüfungen der Schüler, in welchen sie sich nur auf die spezifischen Prüfungs-Fächern konzentrieren. Es wurde mir mitgeteilt, dass die Unterrichtseinheiten erst im April beginnen können. Ich war etwas ratlos, da ich im April in Nepal sein werde. Da öffnete sich wieder eine Türe und eine indische Freundin von mir, kam mit dem Angebot, sie werde die Lehrer für ein paar Tage in den Unterrichtseinheiten begleiten. Gleichzeitig werde sie an dem Projekt „Mission for a smile“ teilnehmen und den Mitarbeitern mit neuen Ideen, Motivation und Unterstützung zur Seite stehen. Erfolg auf ganzer Linie. Diese Freundin ist sehr kompetent in der Gewltfreien Kommunikation, so wie in der spielerischen Aktivierung von Kindern und Jugendlichen. Somit wird ihr Besuch eine Bereichung für uns alle sein. Am 13. April werden die Unterrichtseinheiten gestartet, die Lehrer werden nach dem Besuch meiner Freundin von mir aus der Ferne begleitet und nächsten September werde ich den Lehrern, wieder vor Ort zur Verfügung stehen.

 

Ich bin nun schon wieder an den Vorbereitungen meiner Abreise und werde dann im April erneut in Nepal starten. Da freue ich mich auf die neuen Herausforderungen die anstehen, um unser Projekt des „Kinderbetreuungs-Center“ aufzubauen.

 

Vieles hat sich bewegt, vieles hat sich getan, ich bin berührt, dankbar und überaus glücklich, dass wir in diesen Monaten grosse Schritte vorangehen durften, so erkenne ich erneut, dass sich das Warten immer wieder lohnt…

 

 

Herzlichen Dank an Euch alle, für Euer Unterstützung, Interesse und Vertrauen

Andrea

 

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