Erfahrungsbericht Januar 2016

 

Noch im letzten Newsletter habe ich von einer gewissen Routine gesprochen und schon wieder darf ich von neuen Projekten berichten, die die gewohnte Routine erneut durchbrechen.

In diesem Moment sitze ich in einem Cafe in Mumbai. Die Modernen Häuser, Shopping-Center und geschäftigen Menschen auf den Strassen erinnern mich an Europa. Warum ich hier bin…ich durfte hier mit dem Team aus Orissa an einem Convention für Gewaltfreie Kommunikation teilnehmen. Param, Anuma und Krushna waren dabei. Ebenso vier der Lehrer aus dem Karuna Shanti College, in welchem ich die Gewaltfreie Kommunikation unterrichte...

 

...Diese Weiterbildung war ein riesiger Erfolg. Anfangs waren vor allem die Lehrer schüchtern und zurückhaltend. Am Ende des Conventions sah ich in der Gruppe nur strahlende Gesichter. Voller Freude und Motivation, die Gewaltfreie Kommunikation an die Schüler im College weiter zu geben und in den Dörfern weiter damit zu arbeiten, reisen nun alle zurück nach Orissa. Ich bin enorm dankbar für den frischen Wind, der diese Weiterbildung ins Team gebracht hat. Ich danke allen von Herzen, die uns dabei unterstützt haben und uns diese Art von Weiterentwicklung ermöglichten.  

 

Zur selben Weiterbildung motivieren konnte ich ebenso einen Freund aus Mumbai, der grossartige Arbeit in Spitälern und Slums in Mumbai leistet. Sein Name ist Sumeet. Er hat mich zu unserem Projekt „Mission for a smile“ inspiriert. Als 15 jähriger Junge, startete er ein Projekt in Spitälern und Slums, welches ebenso das Spielen und kreative Aktivitäten mit Kindern in Spitälern beinhaltet. Er hatte keinen einfachen Start. Im Spital in welchem er sein Projekt anbieten wollte, haben sie ihn erst verspottet:“ Ist Dir bewusst wie Du aussiehst und wie Du sprichst? Geh zurück wo Du herkommst…“. Seine Hartnäckigkeit zahlte sich aus, jedoch erst nach einem halben Jahr. Immer wieder fragte er von neuem nach, seine Idee im Spital umsetzten zu dürfen. Nach 6 Monaten wurde das Projekt bewilligt. Das war vor 13 Jahren…Die langjährige Erfahrung die Sumeet in diesem Bereich sammeln konnte, ermöglichten Anuma und mir einen bereichernden Austausch, Lernen und Weiterentwicklung in den freien Stunden am GFK Convention. Sumeet‘s Engagement für die Kinder in seiner Heimatstadt berührt mich sehr! Ich bin enorm dankbar für seine Unterstützung und Freundschaft. 

 

Während ich meinen Kaffee trinke, meine Finger auf den Tasten des Laptops hüpfen lasse und der indischen Musik zuhöre, reisen meine Gedanken eine Woche zurück. Auch da war ich umgeben von Musik, die ich ehrlich gesagt nicht von den indischen Klängen unterscheiden kann. Erneut war ich für einige Tage in Sri Lanka…und zu meiner Freude war ebenso Thomas mit dabei. Erst besuchte er uns in Orissa. Wir reisten mit dem gesamten Team in die Projektdörfer und diskutierten mit den Dorfbewohnern neue Ziele und Zukunftspläne. Auch begleitete er uns zu unserem jüngsten Projekt „Mission for a smile“. Wir besuchten die Kinder im Spital und im Waisenheim. Ich durfte miterleben wie berührt Thomas war, als wir die Kinder besuchten und mit ihnen farbenfrohe Bilder erstellten und spielten. Thomas Unterstützung vor Ort motiviert mich immer wieder von neuem und stärkt uns alle, in unseren Vorhaben und Zielen weiter zu kommen.

 

Und nun wieder zurück nach Sri Lanka. Wie sicherlich viele wissen, hat Sri Lanka eine Geschichte von 30 Jahren Krieg hinter sich. Ebenso wurde das Land 2004 von einem Tsunami heimgesucht, der mehr als 30‘000 Menschenopfer forderte und unzähligen Menschen das Zuhause zerstörten. Als ich anfangs des letzten Jahres mit Param unsere gemeinsamen Freunde in Sri Lanka für einen fachlichen Austausch der Arbeit in den Dörfern besuchte, wurde mir bewusst, wie viele Menschen immer noch an den traumatischen Folgen des Tsunamis und des Krieges leiden. Vor allem verursachte der langjährige Krieg tiefe, seelische Wunden.

 

Nach diesem Besuch blieb ein konstanter Austausch mit den Freunden aus Sri Lanka und wir entschieden uns, gemeinsam an dieser Problematik zu arbeiten. Das Ziel unseres jetzigen Besuches bestand darin, Klarheit zu schaffen über unsere Ziele, Umsetzung der erste Massnahmen, sowie das gegenseitige Kennenlernen von meinen Freunden aus Sri Lanka (Shivantha, Kaush, Ramanusha) und Thomas.

Den ersten Tag nutzten wir, um unsere gemeinsamen Ideen und Ziele auszutauschen. Shivantha, Kaush und Ramanusha teilten ihren Wunsch mit, Hope is life Sri Lanka zu gründen und längerfristige Projekte zu starten. Ein Team von 5 Personen, 3 Krankenschwestern die in vom Krieg betroffenen Gebieten arbeiten, sowie Ramanusha und Kaush, sind interessiert, Trauma-Beratung zu erlernen und für traumatisierte Menschen vor Ort, kostenlose Beratungen anzubieten. Zwischen den Städten im Westen Batticaloa und Trincomalee durfte ich einen Workshop über Traumaberatung anbieten. Ramanusha ist eine zertifizierte Trainerin in Gewaltfreier Kommunikation, Kaush setzt sich ebenso seit längerer Zeit mit dieser Kommunikation auseinander. Die Krankenschwestern sind alle in Beratungsgesprächen gebildet und kennen die Gewaltfreie Kommunikation. Somit war die Grundlage gegeben, um nun ergänzend durch eine Weiterbildung das Wissen der Traumaberatung zu vermitteln. Madi, eine der Teilnehmerinnen, leitet das Gesundheitszentrum Vaharei Medical Office, in welchem wir den Workshop kostenlos durchführen durften.

Ein Jahr lang werden nun die Teilnehmer durch Kaush und mich geschult und in der Durchführung der Traumaberatung begleitet. Nach diesem Jahr, ist unser Team bereit, kostenlose, kompetente Traumaberatung anzubieten.

 

Um dem Projekt eine langfristige Chance zu geben, werden Shivantha, Ramanusha und Kaush die Stiftung Hope is life Sri Lanka gründen. Somit ist auch hier die Unabhängigkeit des Projektes gesichert. Die finanziellen Mittel werden ausschliesslich in die Projekte investiert. Das gesamte Hope is life Team Sri Lanka widmet ihre Zeit für Hope is life Sri Lanka auf freiwilliger Basis. Es war wunderbar mitzuerleben, mit wieviel Herzblut das Team sich engagiert und sich auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Hope is life Team Schweiz freut.

An den zwei letzten Tagen unseres Aufenthaltes in Sri Lanka, durften wir ebenso Christian Büchi (Hope is life – Team Schweiz) vor Ort empfangen. Gemeinsam schmiedeten wir Pläne für meinen nächsten Schweizer-Aufenthalt, um die Fortschritte der Projekte von Hope is life, in der Schweiz vorzustellen. Ich freue mich schon darauf, unsere Ideen umzusetzen (-:

 

Nun mit vier Teams zusammen arbeiten zu dürfen (Indien, Nepal, Sri Lanka und Schweiz), welche sich für ihr eigenes Volk und/oder in Vergessenheit geratene Menschen einsetzen, macht mich enorm stolz und dankbar. Jedes einzelne Team hat seine eigenen Stärken, welche gefördert und entwickelt werden dürfen. Auch besteht die Möglichkeit von einander zu lernen, auszutauschen und einander zu stärken. Dies wiederum motiviert und bringt jedem Team wieder neuen Elan und Hoffnung – Hope is life…

 

Herzlichen Dank für Dein Interesse an unserer Arbeit und ganz liebe Grüsse aus Mumbai

 

Andrea

 

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