Erfahrungsbericht August 2017

Vor einigen Wochen bin ich in der Schweiz angekommen, um mich für drei Monate meinen Aufgaben hier zu widmen. Auch wenn 6807 Kilometer (Ghole Tole Nepal) und 7310 Kilometer (Orissa Indien) zwischen mir und unseren Projekten liegen, bin ich mit meinen Gedanken täglich vor Ort. Der regelmässige Austausch mit den Teams vor Ort lässt mich weiterhin am Alltagsgeschehen teilhaben.

Die letzten Wochen, bevor ich die Reise in die Schweiz antrat, verbrachte ich in Ghole Tole, in unserem Projektdorf in Nepal, bei unserem Thomas Kids Care.

Die Kinder im Kids Care empfingen mich voller Freude und Übermut. Als der kleine Aren, einer unserer Jüngsten im Kids Care, das Haus betrat und mich unerwartet erblickte, erschien ein riesen Grinsen auf seinem Gesicht. Er rief: “Andrea Mam…“ und kam mir voller Freude entgegengerannt.

Ich selbst, zufrieden hier angekommen zu sein, betrachtete verwundert das tip top geputzte und aufgeräumte Haus. Alle haben wohl mitangepackt, um mich mit einem ordentlichen Kids Care zu überraschen.

 

Im Kids Care angekommen erfuhr ich schon gleich, was dieser Ort für unsere Kinder mittlerweile bedeutet. Wir führten unser halbjährliches Medical Camp durch, das wir dieses Mal für alle Kinder wie auch die Frauen anboten. Ein Spital in Kathmandu stellt uns für jedes Camp Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker zur Verfügung, die unentgeltlich die Kinder und Frauen untersuchen und behandeln. Dieses Mal erschienen wieder um die 70 Kinder und 60 Frauen. Das ganze Camp war ein grosser Erfolg. Der Tag des Medical Camps war für unsere Mitarbeiter lang und anstrengend. Somit entschieden wir uns, das Kids Care am nächsten Tag zu schliessen. Wir informierten die Eltern und Kinder darüber. Am nächsten Tag war ich mit meiner Arbeit beschäftigt, als ich Kinder lachen hörte. Ich schaute aus dem Fenster des Kids Care und sah, wie Kinder fröhlich auf das Kids Care zu rannten. Als die Kids beim Eingang ankamen informierte ich sie, dass das Kids Care heute geschlossen sei. Sofort fingen die Kids an herzzerreissend zu weinen. Ich stand einfach da und wusste nicht was tun, als die Kinder alle zusammen wieder davon stürmten. Ich war zum einen sehr traurig, dass die Kinder so enttäuscht waren und zum einen hat mir das ganze aufgezeigt, was das Kids Care für unsere Kinder bedeutet und dies zu erleben war wunderschön. Zu sehen, dass die Kids sich zu Hause fühlen, so dass sie keinen Tag im Zenter missen möchten.    

                       

Dann, nach einigen Tagen fanden die ersten Sitzungen statt, um alles Wichtige während meiner Anwesenheit zu planen. Verschiedene Weiterbildungen für unser Team standen uns bevor, Sitzungen mit dem Elternrat, der Bau einer kleinen zusätzlichen Bambushütte und der Aufbau des geplanten Frauenprojektes im Dorf Ghole Tole. Letzteres bedeutete intensivere Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern, also den Müttern und zukünftigen Mütter der Kinder im Kids Care. Die Erfahrung meiner Arbeit hat mir immer wieder gezeigt, dass die Problematiken in den Dörfern bearbeitet werden können, wenn wir uns erst an die Frauen richten und dann an die Männer. Wenn die Frauen Vertrauen geschöpft haben und mit uns zusammenarbeiten, dann wecken wir somit auch das Interesse der Männer. Nun nutzen wir dieses Wissen ebenso auch in unserer Arbeit hier und beginnen mit den Dorfbewohnerinnen zu arbeiten. Durch den Elternrat, der aus Frauen und Männern besteht, konnten wir ebenso mit einigen Männern erfolgreich zusammenarbeiten. Jedoch ist dies ein kleiner Teil der Dorfgemeinschaft.

Für das gesamte Team planten wir folgende Weiterbildungen: das Vertiefen der Gewaltfreien Kommunikation anhand von Workshops vor Ort und ebenso eine Weiterbildung für eine Woche in Indien, an welchem das gesamte Hope is life India- und Hope is life Nepal-Team teilnehmen darf. Diese findet Anfangs September dieses Jahres statt. Weiter durften wir unser gesamtes Team an einer mehrtägigen Management- und Leadership Schulung in Kathmandu anmelden, an welcher alle kostenlos teilnehmen konnten. Dies ermöglichte uns ein guter Freund von mir, der selbst an dieser Schulung dozierte. Um unseren Umgang mit den Kids zu verbessern und professionalisieren, durften wir auch dieses Mal Irene Keller willkommen heissen. Sie unterrichtete unser Team nun schon das dritte Mal im Umgang und der Betreuung unserer Kids.

Die geplanten Weiterbildungen führten wir erfolgreich durch, stärkten somit das Team und sicherten die Qualität unserer Arbeit mit den Kindern.

Für unsere kleine Bambushütte, die als Unterkunft dienen wird, suchten wir einen spontanen Handwerker aus der Schweiz. Kurzerhand meldete sich Thomas Waser bei uns, reiste die Woche darauf in unser Projektdorf und unterstütze uns als freiwilliger Helfer beim Bau des Häuschens. Er war die perfekte Ergänzung zu dem lokalen Bau-Team, denn zu meinem Erstaunen war die Hütte in geplanter Frist fertiggestellt (-:

 

Die Zusammenarbeit mit dem Elternrat ist oft eine Herausforderung, da sich manchmal die Erwartungen und Wünsche der Eltern nicht mit dem treffen, was wir anbieten können und wollen. Im Kids Care geht es uns in erster Linie um das Wohl der Kinder und nicht um die Erfüllung einzelner Wünsche der Eltern. Als Beispiel möchten einige der Eltern finanzielle Unterstützung, die jedoch durch den hohen Alkoholkonsum in der Familie keinen Sinn macht. Die finanziellen Mittel würden für den Kauf von Alkohol missbraucht werden. Und trotzdem kann ich sagen, dass uns die Zusammenarbeit Erfolg bringt. Durch den Elternrat und die Frauengruppe, die wir gebildet haben, wurde uns die Notwendigkeit von Arbeitsplätzen bewusst. Immer wieder wurden wir angefragt, ob wir nicht noch mehr Menschen aus dem Dorf einstellen könnten. Mit der Frauengruppe haben wir dann an diesem Thema gearbeitet und ein tolles neues Projekt entwickelt. Um das Thema Hygiene und Menstruation angehen zu können und gleichzeitig einigen Frauen einen Arbeitsplatz zu bieten, haben wir uns entschieden, waschbare Baumwollbinden herzustellen. Was für uns vielleicht eigenartig, ja sogar fast etwas „gruusig“ klingt, ist in Nepal eine Notwendigkeit. Viele Dorfbewohner und Hilfsorganisationen warten darauf, bis wir bereit sind die ersten Binden zu verkaufen.

Mit diesem Projekt, können wir die beunruhigenden hygienischen Verhältnisse der Frauen verbessern und ebenso einige Arbeitsstellen im Dorf schaffen.

Über dieses Projekt werde ich noch ausführlicher an unserem Charity-Dinner am 25. und 26. August erzählen. Auch Irene Keller wird ein paar Worte zu diesem Projekt, wie auch von den regelmässigen Weiterbildungen in der Kinderbetreuung berichten. Ich hoffe von Herzen, dass ich an diesem Event ganz viele von Euch willkommen heissen darf!

 

Herzliche Grüsse

Andrea

 

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